18. März 2026

Wertstromanalyse

Gedanken

Wir wissen, dass die Wertstromanalyse eine Visualisierung des IST - Zustandes ist, mit dem Ziel (unter anderem) Verschwendungen zu identifizieren.

Aber woher kommen die Daten für Aktivitäten wie Prozesszeit, Rüstzeit, usw.? Hier scheinen sich die Geister zu scheiden.

Wer das Buch "Learning to See" (Mike Rother/John Shook; 1998) verinnerlicht hat weiß, dass die Daten am Gemba (japanisch für Ort des Geschehens) erhoben werden müssen - und nicht etwa im stillen Kämmerlein von einer Excel Datei. An jedem Prozessort des betrachteten Wertstroms werden also die für die Prozesse jeweils relevanten KPIs (Key Performance Indicator) manuell erhoben. Für die tatsächliche Visualisierung der Prozesse werden Tools wie Microsoft Visio oder mit Software wie Polaris verwendet. Ein Ausschnitt aus einer konkreten Wertstromanalyse könnte beispielsweise so aussehen:

So weit, so gut. Oder auch nicht, denn die Zeit ist nicht stehen geblieben.

Hat der Gemba Walk ausgedient?

Warum sich die Mühe machen und vor Ort, vielleicht laut und eventuell nicht ganz sauber, mit der Stoppuhr Zeiten messen, Lagerinhalte zählen, Lagerreichweite errechnen? Dazu müssen wir einen Schritt zurück machen.

Wir orientieren uns wieder an Rother & Shook und ihren wesentlichen Argumenten:

  • Der Wertstrom ist als Ganzes zu verstehen, Abteilungsdaten sind lokal optimiert und bilden den Fluss nie vollständig ab. Man muss selbst von Prozess zu Prozess gehen um zu sehen, wie diese zusammenhängen, wo es Wartezeiten gibt, wo Puffer entstehen.
  • Muda (Verschwendungen) können nur dann ersichtlich werden, wenn man sich tatsächlich an die Orte des Geschehens begibt.
  • Prozesszeiten variieren üblicherweise, man muss mehrere Zyklen messen und versuchen repräsentative Werte zu erhalten. Das einfache arithmetische Mittel ist nicht immer geeignet, manchmal ist der Median besser oder vielleicht auch der Modus. Nur wer selbst zusieht kann erkennen ob Störungen Mittelwerte verfälschen.
  • Die tatsächliche Maschinenverfügbarkeit muss berücksichtigt werden, nicht selten liegt sie unter der geplanten. Dazu sind Beobachtungen notwendig und Befragungen der Mitarbeiter.
  • Das Gespräch mit den Menschen an den Prozessen ist unerlässlich um reale Probleme zu erkennen. Das Wissen der Mitarbeiter existiert nirgendwo im System.
  • Ein tiefes Prozessverständnis kann nur entwickelt werden wenn die Prozesse selbst abgegangen und gemessen werden. Dieses Verständnis ist aber unerlässlich für die Grundlage des Sollkonzeptes bei der Erstellung des Wertstromdesigns.

Wir haben Rother & Shook gut zugehört, daher ein klares NEIN zur Eingangsfrage, ob der Gemba Walk ausgedient hat. ABER:

Der Schritt zur datengetriebenen Analyse

Wir sind uns einig, dass Beobachtungen am Ort des Geschehens für die Erstellung einer Wertstromanalyse unerlässlich sind. Wir wollen nun auch annehmen, dass wir unterstützt durch Software arbeiten. Mit Polaris können die KPIs von Hand eingegeben, errechnet (mit einer hinterlegten Formel) oder importiert werden. Für den Import bieten sich Excel Dateien an, solche aus der Betriebsdatenerfassung (BDE) oder einem ERP System.

Bereits die Möglichkeit betriebsspezifische Formeln zu hinterlegen ist ein großer Schritt vorwärts im Vergleich zur rein grafischen Darstellung des Wertstroms. Mit Formeln können wichtige Indexwerte wie bspw. OEE ohne Aufwand bereitgestellt werden.

Wenn nun zusätzlich konkrete Produktionszahlen importiert werden so eröffnet sich ein weiteres Analysefenster für das jeweilige Produktionsumfeld: der erste Schritt zur datengetriebenen Analyse. Diese ersetzt nicht Analysen aus den empirischen Datenerhebungen, sondern ergänzt sie. Etwaige Differenzen können aufschlussreich sein da sie einen Einfluss auf die Aussagekraft der Analysen haben. Den Gründen muss nachgegangen werden, mögliche sind:

  • Mittelwerte, bspw. der Rüstzeiten, sind unterschiedlich berechnet
  • Ausreißer sind (nicht) berücksichtigt.

Fazit:

Keine Wertstromanalyse ohne Gemba Walk

Wertstromanalyse mit Polaris Software unterstützen und Zeit sparen

Polaris einsetzen zur datengetriebenen Analyse

Zum Kurs Wertstrom Management

Zur Polaris VSM Webseite (ifakt.de)




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