Projektorganisation

SIX SIGMA

Six Sigma strebt Perfektion in allen Prozessen an. Perfektion wird in Six Sigma quantitativ dargestellt, durch Verwendung des Streuungsmaßes Standardabweichung, ausgedrückt durch das Symbol kleines sigma (σ). In einer normalverteilten Datenreihe sind im Bereich 6 σ +/- vom Mittelwert 99,9999998027% "gute Werte" (PMO, parts per million) enthalten. Das entspricht 0,001973 Fehler pro Million (DPMO, defects per million).

In der Praxis wird jedoch berücksichtigt, dass sich viele Produkte aus verschiedenen Einzelteilen zusammensetzen und die Fertigung in mehreren Schritten erfolgt. Eine vielfach beobachtete durchschnittliche Abweichung von 1,5 σ wird daher angenommen, sodass ein 6 σ - fähiger Prozess als 4,5 σ +/- vom Mittelwert toleriert wird. Man spricht daher von einer 1,5 σ - Verschiebung (1.5 σ shift). Die Konsequenz ist, dass eine Qualität von 4,5 σ gefordert wird (99,99966 %), was 3,4 DPMO (defect per million) entspricht. 

Ein Six Sigma - fähiger Prozess hat daher eine maximale Fehlerquote von 3,4 Einheiten pro Million.

Ein Six Sigma - Projekt hat ein eigenes Rollenmodell, das nachstehend beschrieben wird.

 

SIX SIGMA ROLLEN

Die Rollen in Six Sigma können unterschiedlich dargestellt werden, üblich ist folgende Einteilung (mit zusammengefassten Aufgaben):

Yellow Belt: Werker oder Techniker, oft Prozessmitarbeiter. Hat DMAIC Basiskenntnisse (ohne Statistik).  Ausbildung etwa drei Tage

Green Belt: Meister, Techniker oder Ingenieur. Kennt die DMAIC Phasen einschließlich Statistik. Unterweist Yellow Belt, präsentiert Ergebnisse. Ausbildung etwa 10 Tage, mit Projekt und Prüfung.

Black Belt: Meister, Techniker oder Ingenieur. Kennt die DMAIC Phasen einschließlich Statistik. Hat Projektverantwortung und unterweist Green Belts, arbeitet mit anderen Personen im Unternehmen zusammen und organisiert Expertenteams, unterweist Green Belts. Ausbildung etwa 20 Tage, mit Projekt und Prüfung.

Master Black Belt: Meister, Techniker oder Ingenieur. Erfahren im Management von Projekten in leitender Position. Arbeitet auch in bereichsübergreifenden und strategischen Projekten, ist beratend für fortgeschrittene Themen in Statistik tätig, unterweist Black Belts.

Champion: Techniker, Ingenieur oder ähnliches Niveau. Verantwortlich für Budgets und Ressourcen, ist oft auch Sponsor. Ist Prozessverantwortlicher und setzt sich bei Führungspersonen für die Six Sigma Methodik ein, nimmt an allen wichtigen Reviews teil und stellt die Ausführung aller Anforderungen sicher.

Charakteristisch für ein Six Sigma Projekt ist, dass die Verantwortung immer beim Management liegt, nie bei den Experten der unterschiedlichen Stufen.

 

CAPA (Corrective Action Preventive Action)

Werden Abweichungen von der geforderten Qualität festgestellt so müssen im Rahmen des Abweichungsmanagements Maßnahmen getroffen werden. Diese Maßnahmen sollen nicht nur korrigierender Art sein (corrective action) sondern auch vorbeugender Art (preventive action).

Beispiele für CAPA - Maßnahmen:

  • Schulung von Mitarbeitern
  • Überprüfung von Maschinen
  • Änderung der Toleranzgrenzen
  • Änderung der Wartungsfrequenzen.

Im CAPA System muss auch klar definiert sein was eine Abweichung bedeutet, beispielsweise durch die Festlegung von Schwellenwerten. Diese können sich beziehen auf:

  • Risikoprioritätszahlen (RPZ)
  • Klassifizierung der Abweichung (kritisch, stark, schwach o.ä.)
  • eindeutige Fehlerursache ohne Risiko einer Wiederholung
  • erste / wiederholte Abweichung.

 

DFSS / DMADV - PROZESSE

DFSS: Design for Six Sigma

DMADV: Define, Measure, Analyze, Design, Verify

Charakterisierung der DFSS / DMADV - Prozesse:

  • DFSS ist das Gesamtkonzept
  • DMADV ist die konkrete Methode
  • Im Zentrum steht der Kunde (VoC, Voice of Customer)
  • Basiert auf Daten und ist präfentiv
  • Ziel ist Robustheit bei geringen Abweichungen und hoher Qualität
  • Ergebnis ist ein neues Design, das Six Sigma fähig ist

DFSS ist der Ansatz, Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen von Grund auf so zu gestalten, dass sie die Six Sigma Qualitätsziele erfüllen und damit (nahezu) fehlerfrei funktionieren.

Ziel:

Während DMAIC auf die Verbesserung eines bestehenden Prozesses abzielt, ist DFSS für die Neuentwicklung von Prozessen konzipiert, um sie von Beginn an robust und kundenorientiert zu gestalten. Damit soll die Qualität nicht im nachhinein kontrolliert werden, sondern von Beginn an eingebaut werden.

DMADV ist die methodische Vorgehensweise im DFSS. Die fünf Phasen im DMADV sind:

1. DEFINE

  • Anforderungen des Kunden (CTQ, Critical-to-Quality) werden bestimmt
  • Projektziele werden klar festgelegt

2. MEASURE

  • Kritische (relevante) Messgrößen werden erhoben
  • Kundendaten werden erfasst

3. ANALYZE

  • Alternativen von Lösungen werden bestimmt um die geeignetste festzustellen

4. DESIGN

  • Das Produkt / der Prozess wird entwickelt unter Berücksichtigung der Kundenanforderungen

5. VERIFY

  • Testen des Designs
  • Überprüfen des Designs
  • Validieren des Designs

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