Die Wertstromanalyse (Value Stream Analysis)
stellt den IST-Zustand des Wertstroms dar
VORGEHENSWEISE:
- Auswahl / Definition des Produktes (evtl. mit Varianten). Bei Verwendung der ABC-XYZ - Analyse (im Glossar) ist der Fokus auf AX - Produkte
- Auswahl betrachteter Zeitraum
- "Sehen lernen" - Materialfluss feststellen, beginnend mit der Auslieferung an Kunden zurückverfolgen bis zum Erhalt des Kundenauftrags (d.h. von rechts nach links)
- Informationsfluss feststellen: telefonisch, eMail, usw. Kann gleichzeitig mit Materialfluss geschehen
- Prozessrelevante Kennzahlen erheben, siehe Glossar zu Kennzahl
- (Potentielle) Verschwendungen feststellen
- Wertstromsymbole verwenden zur visuellen Darstellung des Wertstroms
- Dazu verwenden wir POLARIS Software, die auch Teilnehmern zur Verfügung gestellt wird

Oben: Konkrete Wertstromanalyse erstellt mit POLARIS Software
Unten: Ausschnitt mit den Prozessen Conversion, Print, Attach

Prozesse Conversion, Print, Attach
sowie Timeline und Kundentakt
Legende:
PTT: Prozesszeit (process time), HT: Bearbeitungszeit (handling time), MT: Maschinenzeit (machine time), rote punktierte Linie: Kundentakt
Die gezeigten Prozesse folgen dem Push - Prinzip. Die Prozesszeit von Conversion beträgt 2 Minuten. Zwischen den Prozessen Conversion und Print existiert ein FiFo (First-in First out) - Lager, in dem die Produkte durchschnittlich acht Stunden liegen. Die Prozesszeit von Print beträgt 2 Minuten 30 Sekunden, die von Attach 2 Minuten 20 Sekunden. Zwischen den Prozessen Print und Attach existiert ein FiFo (First-in First out) - Lager, in dem die Produkte ebenfalls durchschnittlich acht Stunden liegen..
Aus der Timeline (unter den Prozessen) sind Prozesszeiten und Liegezeiten ersichtlich.
Gesamte Prozesszeit (der drei Prozesse):
2 Minuten + 2 Minuten 30 Sekunden + 2 Minuten 20 Sekunden = 6 Minuten 50 Sekunden.
Gesamte Liegezeit (der drei Prozesse):
8 Stunden + 8 Stunden = 16 Stunden.
Durchlaufzeit (der drei Prozesse): etwa 16 Stunden 7 Minuten.
Ebenso ersichtlich ist der Schrittmacherprozess Print Cards (rot umrandeter Kasten unter der Timeline). Im Fall einer Fertigung nach dem Pull - Prinzip ist der Schrittmacherprozess der Taktgeber für eine gleichmäßige Verarbeitung.
Der Kundentakt (rote punktierte Linie) ist von POLARIS aus anderweitig eingegebenen Daten (Kapazität, Kundenbedarf) errechnet.