Just-in-Time

Zur richtigen Zeit ..

 

... aber das ist nicht ausreichend. Wir wollen, dass das richtige Produkt in der richtigen Zeit in der richtigen Menge am richtigen Ort in der erforderlichen Qualität ist.

(angelehnt an Bosch, Qualitätsmanagement, Heft 12)

Just-in-Time ist eine der beiden Säulen (zusammen mit Jidoka) des Toyota House of Quality  im Toyota Production System (TPS).

Prof. Roser (www.allaboutlean.com) folgend stammt die Idee von Just-in-Time (JIT) von Kiichiro Toyoda (dem Gründer der Toyota Motor Company), der Begriff wurde 1936 zum ersten Mal erwähnt. Grammatikalisch ist Just-in-Time falsch: es sollte Just-on-Time heißen, aber der Begriff ist in LEAN fest verankert, sodass ihn niemand ändern will.

Die Umsetzung von JIT blieb dem vielzitierten Taiichi Ohno vorbehalten. Das Thema Just-in-Time begann um 1980 Fahrt aufzunehmen und erreichte den Höhepunkt um 2012, wie dieses Google Ngram zeigt (Anzahl der Veröffentlichungen für ein Stichwort; https://books.google.com/ngrams/)
 

Die Darstellung für das Stichwort JIT wäre irreführend, da JIT in der IT Branche auch für Just-in-Time Compiler bei Java - Anwendungen verwendet wird.

Die zeitgerechte Anlieferung eines Produktes ist nur ein Aspekt. Das Produkt soll auch zeitgerecht im Prozess verwertet werden - in einer perfekten Welt würde es damit keine Zwischenlager geben müssen. In der Praxis ist dieses Zwischenlager natürlich notwendig. Wie groß das Zwischenlager sein soll ist natürlich situationsspezifisch.

Welche Vorteile kann man von JIT erwarten?

Reduzierung des Lagers geht einher mit Reduzierung der Durchlaufzeit. Diese direkte linear Beziehung ist durch das Gesetz von Little definiert als:.

L = λ * W

Die drei Variablen haben folgende Bedeutung:

  • L: Größe des Lagers, beispielsweise in Anzahl Stück angegeben
  • λ: Durchsatz, gemessen in Einheiten oder Mengen pro Zeit
  • W: Durchlaufzeit, gemessen in Zeit.

Damit Littles Gesetz gültig ist bedarf es zweier Voraussetzungen:

  1. Die drei Variablen dürfen sich im Beobachtungszeitraum nicht (signifikant) ändern. Angenommen, in einem Supermarkt gibt es eine Kasse. Die Wartezeit lässt sich errechnen aus der Geschwindigkeit an der Kasse und die Anzahl der Menschen in der Warteschlange. Wird nun eine zweite Kasse geöffnet dann verdoppelt sich die Geschwindigkeit der Abfertigung und die Berechnung ist nicht mehr gültig. Andererseits, wenn die Warteschlange länger wird weil mehr Menschen zum Einkauf kommen (als die Kasse verlassen), dann ist die Berechnung ebenfalls ungültig. 
  2. Die Einheiten der drei Variablen müssen konsistent sein. Der Durchsatz darf nicht in Stunden gemessen werden, wenn die Durchlaufzeit in Tagen gemessen wird.

Diese Voraussetzungen sind gut einzuhalten, daher ist das Gesetz von Little in der Praxis gut anwendbar, hier ist ein praktisches Beispiel zur Berechnung, wie lange durchschnittlich ein Produkt im Fertiglager verbringt:

  • L: Größe des Lagers = 10.000 Stück
  • λ: Monatlicher Verkauf = 15.000 Stück

Durch Umformung der obigen Gleichung berechnen wir die Durchlaufzeit W mit:

W = L / λ * W

und erhalten für die Durchlaufzeit W
 

10.000 Stück / 15.000 Stück/Monat = 0,67 Monate

Ein Produkt verbleibt daher durchschnittlich zwei Drittel eines Monats im Fertigteillager.

Weitere Berechnungen, beispielsweise wie lange ein Kanban benötigt um die komplette Kanbanschleife durchzulaufen, oder wie mit Flüssigkeiten umgegangen werden kann, werden im Detail im Kurs LEAN Management erklärt.

Neben der Einfachheit der Berechnung hat das Gesetz von Little weitere Vorteile. Hier eine Liste worauf NICHT geachtet werden muss:

  • Die Verteilung des Durchsatzes (Zu- und Abgang) ist irrelevant. Der Durchsatz kann gleichverteilt sein, normalverteilt, exponential verteilt - was immer.
  • Die Reihenfolge der zu verarbeitenden Produkte spielt keine Rolle. Sie kann FiFo (First in, First out), LiFo (Last in, First out) oder zufällig. Im Falle von LiFo wird die Variation der Durchlaufzeit größer sein als in FiFo, der Durchschnittswert ist jedenfalls korrekt.
  • Die Größe der Schleife ist ebenfalls irrelevant. Die Beobachtung kann für einen einzelnen Prozess sein oder die gesamte Wertschöpfungskette.

(Angelehnt an Roser, allaboutlean.com)

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